Warum wurde so lange nichts geschrieben. Ganz einfach: So lange hier kein Sponsor auftaucht, wird nur nach Lust und Laune gebloggt. Wer also jeden Sonntag Abend/Montag was lesen möchte über die Fortuna 2.1 und ihre lustigen Gegner aus der Kreisklasse Mainz Bingen Ost römisch eins, besorgt gefälligst einen Zweitmannschaftsmäzen. Wir brauchen nämlich dringend Trainingsanzüge.
Wie ist es unseren Helden in den letzten Wochen ergangen? Sie haben gelernt, dass man ein Spiel auch gegen einen nicht ganz überragenden Gegner in 15 Minuten durch die Empfängnis von 4 Gegentoren verlieren kann. Das gilt auch, wenn man bis zur 75. Min kaum etwas zulässt und bis dahin 1:0 führt. Endstand Fortuna 2.1 gegen Marienborn II 2:4.
Sie haben auch gelernt, dass selbst der schwächste Gegner erst “geknackt” werden muss und dass Uelversheim zwar einen schönen Rasenplatz hat aber eindeutig zu weit weg ist. Der 3:0 Auswärtssieg wurde zudem überschattet von zerrenden Oberschenkeln (Serkan) und zurückknackenden Fußgelenken (Christian S.).
Zuletzt konnte erstmals ein souveräner Sieg gefeiert werden. In der Trainingswoche krachte es heftig. “Motzki” Rothgerber machte in einer Trappatonirede am Freitag den Kollegen klar, dass er auf Straßenkick keinen Bock hat. Scheinbar brodelte es in einigen bis zum Abpfiff des Spiels gegen Moguntia, dass 6:0 gewonnen wurde. Der Chronist ist derzeit bei der Aufzählung der Torschützen sehr dankbar für den Buchstaben “Ü”. 1:0 Güclü, 2:0 Prüch, 3:0 Güclü, 4:0 Güclü, 5:0 Rüüs, 6:0 Güclü, sozusagen Güclüberragend.
Wenn ein Team 6:0 gewinnt, war alles gut, gerade in der Nachschau. Die Defensivleistung war stark verbessert. Man ließ in Hälfte eins nur einmal einen Spieler frei vor Rothgerber auftauchen. Der bekam es wahrscheinlich mit der Angst, aufgefressen zu werden und stocherte den Ball 9 m vor dem leeren Tor stolpernd an selbigem vorbei.
Ein Sonderlob verdiente sich das stürmende Verteidiger-, bzw. verteidigende brasilianische Stürmertalent mit dem unaussprechlichen Namen: “JJ”. Unermüdlich lief er als erste Verteidigungslinie den Gegner an, unermüdlich doppelte er den Gegner an der Mittelfeldreihe. Studentische Zählhelfer hätten sicher 27 Balleroberungen notiert. Alleine ein Tor blieb im verwehrt aber das ist unser JJ – bescheiden, verlegen, mannschaftsdienlich.
Ein Oskar für das unglaublichste Comeback während des Spiels geht an C. Polannsky. Nachdem die ersten drei Pässe des Rechtsverteidigers den Gegner oder den Linienrichter beglückten, weil er mal die Fahne heben durfte, biss er sich an Spiel und Gegner fest. Sein Selbstvertrauen, dass in der Vergangenheit bei derartigem Start gerne mal in den Keller ging, um Bälle aufzupumpen, blieb im zentralen Nervensystem fest verankert. Es folgte eine glanzvolle Partie. Verteidigen mit moderatem Drang nach vorne, Kicker-Note 1-. Das “-” übrigens, weil er Opfer des schönsten Tricks des Spiels wurde, als der Spielertrainer Moguntias, ausgestattet mit viel Erfahrung und vielleicht noch mehr Körperfülle in nicht erwarteter Beweglichkeit mit dem Ball zwischen den Hacken über den gesamten 1,68 m großen Polansky einfach hinweghüpfte. “Sport hoch 3” katapultierte daraufhin den Red Bull-Abonnenten in die Elf des Tages – zentrales Mittelfeld (Muahaha).
Ebenfalls ein deftiges “Muaha” für die moguntiatische Fehlbewertung der Strafstoßentscheidung zum 1:0. Liebe Mogunten, wenn ein Verteidiger einem Stürmer im Strafraum mit der nackten Hand das Trikot ausziehen möchte und der Stürmer zu Fall kommt, gibt es nun einmal Strafstoß. Wenn ein Trainer das von der anderen Seite nicht sieht – sei’s drum. Wenn der Trikotgrapscher sich nicht traut, seinem Coach die Wahrheit zu sagen und der daraufhin in der Zeitung den Schiedsrichter für den Rückstand verantwortlich macht, ist das wenig lustig.
Aber weil auch unsere übrigen Jungs gut waren und weil Motzki Rothgerber noch den ein- oder anderen unhaltbaren hielt, freuen wir uns schon auf die weiße Torwartweste von Sport 1, die sicher bald eingeht.


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