So verrückt ist Fußball. Zur Winterpause hätte man für einen Euro Wetteinsatz auf Fiam Italia als Meister höchstens ein feuchtes Grinsen erhalten. Dann schlug das Verletzungspech zu, was zumindest Auswirkung auf die Abwehrreihe hatte. Es fielen damit zwar mehr Tore aber auf der falschen Seite.  So kam Heidesheim trotz eigener Schwächephase gemeinsam mit Ober-Olm noch noch heran. Während Ober-Olm drei Spieltage vor dem Ende den Anschluss verlor (wir berichteten), setzte sich im Entscheidungsspiel Heidesheim durch und meisterte die Kreisklasse letztlich als Lohn für das gezeigte Durchhaltevermögen. Glückwunsch. Macht’s gut.

Fiam darf zur Strafe  derzeit in einer Serie von Entscheidungsspielen gegen Selzen antreten. Dem 3:0 Auftaktsieg von Selzen in Selzen folgte ein 3:1 der Fiamesen in Bretzenheim. Dort fand sich auch der Berichterstatter in den letzten 25 Min. des Spiels ein.

Als erstes fiel die Stimmung auf. Ca. 300 Selzener, nicht wenige in Vatertagsstimmung mit entsprechender BAK, sorgten gemeinsam mit den italienischen Fans für südländische Atmosphäre. Rentner bepöbelten die eigenen Spieler und meist zu unrecht den Schiedsrichter, Betrunkene bepöbelten die Fans des jeweils anderen Lagers – schee wars.

Das Spiel selbst war zwar nicht von hoher Qualität.  Darum ging es an diesem Nachmittag aber nicht. Es war Feuer drin, es war Spannung drin. Selzen brauchte beim Stand von 2:1  nur ein Tor, um mit einem Unentschieden den Gesamtsieg davonzutragen. Wie sich es gehört, zog sich Fiam mit fortdauernder Spielzeit immer mehr zurück. Bei Selzen wechselte sich die Lange-Ball-Maschine, Spielertrainer Taner Ö., ein und ab ging es. Ein Pfostentreffer und eine gefährliche Bogenlampe aus 30 Metern später markierte Fiam kurz vor dem Ende mit einem der geführten gefährlichen Konter das 3:1. Der Drops war gelutscht.

Hervorzuheben war neben dem spannenden Spielverlauf aus Sicht eines fast neutralen Beobachters die tadellose Schiedsrichterleistung des Gespanns Ott, Nied, Harsch. Die Zusammensrbeit mit den Assistenten funktionierte vorbildlich. Regelwidrigkeiten in Assi-Nähe wurden eigeninitiativ angezeigt, bei Abseitsentscheidungen wartete der Assistent jeweils ab, wie sich die Spielsituation entwickelt. Der Schiedsrichter selbst leitete souverän ohne überheblich zu wirken. Er hatte die Partie trotz ihres schwierigen Charakters jederzeit im Griff.

Auf die Nerven geht dem Autor in dieser Sache aber der Fußballverband. Vielleicht bin ich auch zu doof, das Internet zu bedienen. Offizielle Angaben darüber, wann und wo die entscheidende Partie ausgetragen wird, konnten nicht gefunden werden. Selzens Homepage geht vom kommenden Sonntag, 16.00 Uhr in Ebersheim aus. Ein Besuch lohnt sicher.