Wenn eine Mannschaft zahlreiche Torchancen erhält, aber auch die sog. 100%igen nicht einnetzt gibt es zwei Fußballtheorien.
1. Entweder ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Tor fällt oder
2.”irgendwann rächt es sich”.
Bei Moguntia griff heute Regel Nr. 2. Auf dem holprigen staubtrockenen Spielfeld der Mogunten fanden dieselben besser ins Spiel. Kombinationsfußball, ein Unterfangen, das in der Kreisliga ohnehin gewissen Hindernissen begegnet, war nicht möglich. Durch die vorübergehende Umstellung auf eine Dreierverteidigung und die nur lückenhafte Erinnerung der äußeren Mittelfeldspieler, auch nach hinten zu arbeiten, liefen einige Angriffe gegen “the Mannschaft” mit langen Bällen über die Außenpositionen. Wie auch im letzten Spiel war M. Rothgerber jedoch stets hellwach und konnte einige Bälle ablaufen, andere parieren und auch einen an die Latte gucken. Der prallte nach unten, sprang 1 m vor der Torlinie auf und konnte so von Freund und Feind erfolgreich unterlaufen werden. P. Schmidt durfte schließlich klären.

Dann schlug die Fortuna zu. L. Grambou dribbelte sich nahe der Grundlinie in Richtung Tor, spielte quer auf S. Rupprecht, der wiederum aus 6 m ins Tor vollstreckte. Weil das so gut klappte, wurde der Spielzug wenig später von S. Rupprecht und C. Bittmann wiederholt. Mit einem wundersamen 0:2 ging es in die Halbzeit.

In der zweiten Hälfte wurde auf vier Verteidiger umgestellt. Erfolgreiche lange Pässe des Gegners waren nun wie ausgeknipst nicht mehr vorhanden. Die Moguntier wollten dennoch ein Tor schießen, zumindest offiziell. Entweder konnten die Angriffe jedoch frühzeitig entschärft werden oder “die Katze” griff die Kugel ab. Die Grünen halfen auch mal mit, als sie sich mit drei Mann hinter die letzte Abwehrreihe spielten, der Ballführende aber statt die Drei-gegen-Tormann-Situation auszuspielen beweisen wollte, dass er 16 m vor dem Tor über selbiges schießen kann. Dieser Beweis gelang. Das frustriert.

So konnte der Schiedsrichter den letzten Akzent setzen. Nach einem aus Sicht der Mombacher rüden Foul an S. Rupprecht echauffierten sich Fortunas Führungskräfte über die offensichtliche Entscheidung des Schiedsrichters, keine persönliche Strafe folgen zu lassen. Der entgegnete nicht uncool: “Soll ich dafür rot zeigen oder was?” Da hatte er recht. Das wollte auch keiner. Den vorsichtigen Hinweis auf eine mögliche Verwarnung konterte er trocken: “Des rentiert sich net mehr”. “Dann krieg ich aber auch keine mehr”, forderte C. Bittmann mit einer Mischung aus Empörung, Unglaube und Ironie. “Des lässt sich mache. Nach dem Freistoß pfeif ich ab.” Einen solchen Spielleiter, der jederzeit in sich selbst ruhte, wünscht man sich häufiger.

Übrigens sollte jemand das Gesundheitsamt mal über das SaS* Magen-Darm-Virus informieren. Es befällt vorzugsweise Kaderspieler der ersten Mannschaft. Da muss man doch was gegen machen können. Ausgangssperre vielleicht?

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*Samstag auf Sonntag