Als guter Nachbar erwies sich die TuS Marienborn bei der Rundenbesprechung zur kommenden Saison der Kreisklasse Mainz Bingen Ost I. Ungefragt standen nach kurzer Zeit Leberwurst- und Salamibrötchen auf den Tischen. Die in der Nähe sitzenden Vertreter von Türkgücü hatten scheinbar keinen Hunger, so blieb für den Berichterstatter mehr. Auch gut.
Die Lenker des Kreisfußballs berichteten von der vergangenen Saison und gaben Ausblicke auf das kommende Spielgeschehen.
So ist die Zahl von jährlich 841 gelben-, 47 gelb-roten- und 45 roten Karten zu schlagen. Nach unten, versteht sich. Nur so kann der Titel “unfairste Kreisklasse” abgegeben werden. Fortuna Mombach hat dafür jedenfalls schon hart gearbeitet und den Dribbelrotkünstler Marcos M. zu UDP Mainz in die Kreisliga abgegeben.
Wer zu Spät kommt,…
den bestraft der Kassenwart. Das gilt jedenfalls für den angesetzten Schiri. Erscheint dieser mehr als 15 Min. zu spät, hat er kein Anrecht darauf, sein Spiel zu leiten. Kohle gibt es dann natürlich auch keine. Für die beteiligten Mannschaften etwas knifflig, denn die müssen das angesetzte Spiel in jedem Fall austragen. Will man dennoch einen Spielleiter, muss man sich eben auf einen Anwesenden einigen.
Regeländerung
Die einzige Regeländerung betrifft die Behandlung von Spielern auf dem Platz. Das war ja bislang verboten. Stattdessen wurden verletzte Spieler mit der Bahre vom Platz getragen und an der Seitenlinie vom Mannschaftsphysio oder Arzt behandelt. Operationen dürfen ab der kommenden Saison auch auf dem Spielfeld ausgeführt werden, vorausgesetzt, zwei Spieler sind gleichzeitig verletzt. Einer muss dabei eine Platzwunde von mind. 10 cm Länge haben.
“Können wir verlegen?” “Wohin?” “Egal.”
Interessant wurde es beim Durchgehen des Spielplans. Diesen unter Berücksichtigung der vorab eingereichten Vereinswünsche zu erstellen ist wahrscheinlich schwerer, als einen Zauberwürfel einhändig hinter dem Rücken und mit verbundenen Augen zu lösen. Klassenleiter Hans-Peter Leinberger verkündete dennoch stolz, es geschafft zu haben, um dann in der anschließenden Diskussion um weitere Verlegungswünsche das Chaos ausbrechen zu sehen.
Fiam will generell Sonntags erst um 15.00 spielen, die ersten Wochen urlaubsbedingt am liebsten gar nicht, ebenso wie Marienborn am Kerwesonntag (wie seit 27 Jahren). Lerchenberg aber nicht Samstags. Türkgücü gegen Dienheim zwei mal auswärts und Selzen immer eine viertel Stunde früher. Man hat den Eindruck, dass nur Bosniak keinen Verlegungswunsch hat. Die waren aber auch gar nicht da. Nach 4 Stunden waren schließlich alle Verlegungen notiert, was angesichts mittlerweile leerer Brötchenplatten auch Zeit wurde.
Fakten, Fakten, Fakten
Die Rückrunde beginnt am 20.02.2011. Letzter Spieltag ist der 22.05.2011. Der Meister steigt völlig überraschend auf. Der Zweite darf gegen den Zweiten der “Ost II” spielen.
Die Eintrittspreise liegen bei 2 EUR. Jugendliche und Rentner zahlen 1,50 EUR. Drei Personen, die nicht als Spieler auf dem Spielbericht stehen, dürfen am Kassierer offiziell vorbeigeschleust werden. Zu diesem Kontingent gehört auch der Trainer und eventuelle Betreuer. Frauen werden diskriminiert und müssen nichts zahlen. Die verstehen vom Fußball eh nix und wollen nur ihre bierbäuchigen Sexualpartner anhimmeln.
Die ersten beiden Pokalrunden wurden übrigens gar nicht gelost, sondern nach regionaler Nähe zusammengestellt. Die Umwelt kommt eben auch im Fußball immer zuerst. Erst ab der dritten Runde schlug die Losfee zu. Da wäre ich trotzdem gern dabei gewesen. Also beim Losen und bei der dritten Runde…


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