Die Fußballabteilung Türkgücü Mainz geht in die vierte Saison. Sie gründete sich aus einem Moscheeverein, der DiTiB Mainz Yunus Emre Moschee.

Im ersten Jahr erreichte man aus dem Stand einen Relegationsplatz, scheitere jedoch in den Aufstiegsspielen. In der darauf folgenden Saison sprang Platz 3 heraus, bis man sich im vergangenen Jahr mit Platz 7 zufrieden geben musste. Türkgücü möchte unter ihrem jungen Trainer, Adem Keskin, natürlich wieder an die Erfolge der ersten Jahre anknüpfen. Drei Neuzugänge mit Bezirksklassenerfahrung aus Budenheim, möglicherweise eine Folge der Spielerschwemme von Gonsenheim II (aufgelöst) nach Budenheim, wollen dabei helfen. Zwei weitere Neulinge waren zuvor vereinslos.

Erschwert wird das Vorhaben durch die Tatsache, dass Türkgücü derzeit keine Sportanlage nutzen kann. Einen geregelten Trainingsbetrieb gibt es folglich nicht. Im Sommer lässt sich das noch abfangen, da man auf offenen Plätzen, z.B. im Hartenbergpark, trainieren kann. Im Winter ist das jedoch nicht möglich, so Keskin.

Als Spielort wird der Platz in Bretzenheim (12er) genutzt. Alle Heimspiele werden dort Samstags ausgetragen.

Trotz aller Probleme bewegt sich das Team in der ersten Halbzeit des Pokalspiels gegen Willy Wacker II recht flink und natürlich ballsicher. Man agiert mit Libero. Die Stärken liegen sicherlich im Offensivspiel wo man auf das Klischee des ballverliebten Fuddlers ebenso trifft wie auf stellenweises Direktspiel oder öffnende Seitenwechsel. Im Abwehrzentrum spielt manchmal “Bruder Leichtfuß” mit. Der stoppt hoch anfliegende Bälle auch gegen herannahende Stümer gerne mal technisch anspruchsvoll mit der Brust, statt die Situation mit einem trockenen Kopfstoß (gegen den Ball, versteht sich) zu klären. Die Verteidigungsreihen sind durchaus überlaufbar, gerade, wenn die Mannschaft ihrem Angriffsfußball folgend weit aufgerückt ist. Das kann aber ausgeglichen werden. Gegen die 2. der wackeren Willys musste man zwar nach dem 1:0 kurzzeitig den Ausgleich hinnehmen und ging mit einem magern 2:1 in die Pause. Am Ende schossen die Keskin-Schützlinge aber 10 Tore. Das hat dann doch zum Sieg gereicht.

Von der Einheitsfrisür noch weit entfernt: Türkgücü Mainz

Fazit: Türkgücü ist eine Wundertüte. Grundsätzlich gute Fußballer werden ohne Training nicht automatisch besser. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Nachteil in der langen Saison auswirkt. Die individuelle Klasse zum Mitspielen im oberen Tabellenbereich ist jedenfalls vorhanden.